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Zur
Geschichte der Automarke:
Es begann 1904 mit HORCH in Zwickau, ging 1910 weiter mit AUDI ebendort
und folgte in 1932 mit der Integration von HORCH, AUDI, DKW und WANDERER
zur AUTO UNION GmbH in Zwickau, symbolisiert mit den vier Ringen. 1949
erfolgte in Ingolstadt die Neugründung der AUTO UNION. 1965 wurde
erstmals wieder die Marke AUDI für die produzierten PKW (ab F103)
verwendet - Beginn der AUDI-Zählung. In den 1960ern übernahm der
VW-Konzern schrittweise die Auto Union.
Das Automobilwerk Zwickau produzierte Ende der 1940er wieder Autos,
anfangs als „Werk Audi“ die PKW IFA F8 (1949), F9 (1950), P70 (1955).
Es wurde in 1958 umfirmiert zum VEB Sachsenring. Im Werk "Horch"
wurde von 1956 bis 1959 der Sachsenring P240 gebaut, was dann zugunsten
des Kleinwagens eingestellt wurde. Ab 1957 wurden die Kleinwagen bis 1991
unter der Marke TRABANT vertrieben, in den Versionen P50 (1957), P60
(1963), P601 (1964) und 1.1 (1990).
Zwickau war ab 1948 Betrieb des IFA = Industrieverband Fahrzeugbau (der
DDR).
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1976
-
1982 |
Die
Vorgeschichte zum Auto:
Als Sohn von Reichsbahnern und Nutznießer der Freifahrten kannte ich von
Haus aus keine Autotouren und war ganz fasziniert, wenn sich doch mal eine
Mitfahrgelegenheit ergab. Ende 1976 tanzte ich mit Gabi in unsere Zukunft
und lernte zu Ostern 1977 ihre Eltern kennen. Der Vater konnte kaum ein
Jahr zuvor endlich seine Autobestellung einlösen und war nunmehr stolzer
Besitzer dieses TRABANT 601-S in Alaskagrau. Mitfahren möglich! :-)
Beim Armeedienst an der Fahne wurde mir die Funktion eines Richtfunkers
und Kraftfahrers zugeteilt, und so machte ich also meine Fahrerlaubnis im
Frühjahr 1978 "von Staats wegen" in Stralsund gleich richtig für
LKW und so weiter außer Bus. Allerdings nicht ganz umsonst, denn mir
wurden 40 Mark aus dem Spind geklaut ... :-| |
Daten |
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Extras |
Vater Horst Kr. stattete den
TRABANT mit einem Stern Trophy 1800 als Autoradio aus.
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1982 |
Zu unserer
Geschichte des Autos: |
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1982 kam Vater
Horst Kr. in den Genuss des möglichen Kaufs eines neuen TRABANT. In der
Familie wurde die Nachfolge für den Alaskagrauen beraten, Gabi übernahm.
Das hatte den so großen Vorteil des reellen Kaufpreises für den
Gebrauchtwagen! Kein "Schwarzmarktpreis". Und das Auto blieb mit
dem gleichen Kennzeichen in der Familie.
<3 |
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Auf einer der
ersten längeren Fahrten nach Schwerin bekam der Motor das Stottern und
Spucken! Gabi erinnerte sich und meinte, "Popel an einer Zündkerze".
Das war's wirklich! Kerzen geputzt, und weiter ging die Sausefahrt. Ohne
Murren und Mucken. |
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Berlin umkreisten
wir lieber im Westen. Nur belanglos länger war es interessanter und noch
etwas freier. Streckenweise war die Tour sogar "atemberaubend",
fast abenteuerlich. |
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Ostern 1982. Diesem Rastplatz gaben wir auch den Vorzug auf den Fahrten
nach Norden.
War das Höhe Hakenberg? Möglich. Tank+Rast Linumer Bruch kam erst später. |
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Technische
Probleme und deren Behebungen sind hier nicht dokumentiert. Dazu können
Einträge in meinen Kalendern 1983-1990 gefunden werden. Eines jedoch
blieb mir hängen. Durch das viele Raus- und Reinschrauben der Zündkerzen
inklusive mancher Wechsel untereinander waren dann doch mal die Gewinde in
den Zylinderköpfen ausgeleiert. In Ermangelung sofortiger Ersatzteile
griffen Spezialisten auf bekannte Arbeiten zurück: Aufbohren der
Kerzengewinde und Einpressung von zusätzlichen Gewindebuchsen. So konnten
wir unsere Fahrten fortsetzen. |
1984
Extras |
Mit der "Autokarte
DDR" Ausgabe 1984 brachten wir die Routenplanung auf aktuellen
Stand. Siehe dazu auch unter AutoRoute,
zweiter Eintrag. |
Crash |
Irgendwann in
einem Dorf erlagen wir einem Auffahrunfall. Der vorlaufende WARTBURG
blinkte rechts, fuhr ersichtlich rechts ran, und wir wollten links ruhig
an vorbeitreiben. Doch der Trottel zog plötzlich nach links, um auf
seinen Hof einzubiegen! Da konnten wir den TRABANT einfach nicht mehr zum
Stehen bringen und kollidierten mit dem WARTBURG. Vielleicht war das ja
der Anstoß für die dann erfolgte Umlackierung? |
1984
Extras |
Das Alaskagrau
wollten wir endlich ändern und dachten an Weinrot mit schwarzen Stoßecken
usw. Messing- oder "Gold"-farbene Felgen dazu ...
So wie beim Truck-Umbau für die Modellbahn in 1986/87 verwirklicht:
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Die in der
Lackiererei guckten uns mit großen Augen an: "Weinrot gibt es
nicht." - Am Ende dieses Unterfangens fuhren wir mit unserer
"Praline" durch die Gegend - Schoko- ähm Biberbraun
(original "Wartburg 353"-Palette), aber die schwarz abgesetzten
Elemente hatten wir, weitgehend.
Unser TRABANT bot zur Hochzeit von Angelika dann diesen sommerlich
frischen Anblick: |
August 1984
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1984 |
Anmietung einer
recht komfortablen Garage in einem Komplex in Senftenberg, aber entfernt
von zu Hause. Egal, für die gute Unterbringung nahmen wir den Weg zum
TRABANT bei Wind und Wetter gerne in Kauf. Praktisch war dabei die
Tankstelle am Weg. |
Polizei |
Auf dem Schönefelder
Kreuz wurden wir einmal von einem Polizisten angehalten. Seine ersten
Worte waren: "Schon die Sonnenbrille auf der Nase, aber noch mit
Scheinwerfer fahren." ;-) Im freundlichen Gespräch
klärte er mich über mein falsches Blinken auf. (Wenigstens blinke ich -
im Gegensatz zu anderen Verkehrsteilnehmern.) |
07.03.1985 |
km-Stand 70.168
km |
02.05.1986
Extras |
Der Benzinhahn
befand sich original im Fußraum des Beifahrers - denkbar ungünstig zum
Drehen auf "Reserve" während einer Solo-Fahrt. Empfehlung aus
der "Straßenverkehr 4/86 S. 31": Die Benzinhahnverlängerung
von Fa. W. Reichel, 9330 Olbernhau 1, Berggasse 12! |
1986
Extras |

TRABITRON: Erweiterung für fehlende Signallichter, Drehzahl- und
Bordspannungsanzeige sowie Funktionen im Auto mit dieser selbstgebauten
elektronischen Einheit. Original sogar mit einer lustigen Rolle:
Melodiehorn. Aber das blieb trotz aller Versuche einfach zu leise - nur
Radfahrer konnten mein "La Isla Bonita" vernehmen
... :-) | Details
unter MyTECHs |
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Seinen Platz fand
das TRABITRON im noch freien Autoradioschacht, weil das Stern
Trophy 1800 unterhalb des Armaturenbretts montiert war. |
30.05.1987 |
Rückzug in die
Heimatstadt von Gabi, unseren Kindern und TRABANT - Großräschen. Das
Auto fand seinen Unterschlupf in einer wirklich alten hölzernen Remise.
Kinder und TRABANT vor der alten
Remise / Foto aus dem Sommer 1990 mit Pocketkamera, daher so unscharf |
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Tanken im Revier |
Beim Anblick der
spärlichen "Dorf"-Tankstelle in Großräschen ist es doch nur
zu verständlich, dass vorzugsweise der "Servicekomplex
Freienhufen" an der Autobahn Berlin-Dresden (DDR
inoffiziell 'A4', jetzt A13) zum Nachbunkern aufgesucht wurde. Dort
war es stets interessant, es kam wieder ein weltoffenes Gefühl auf! :-) |
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Fotos: ABa, 1x g.li.
28.07.1990, 6x re. 12.07.1987 |
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F 96
nun B 96 |
Bis Anfang der
1980er verlief die Fernverkehrsstraße zwischen Senftenberg und Großräschen
noch kurz und schnurgerade. In Großräschen musste der Fernverkehr mitten
durch die Stadt, um am "Kurmärker" (Volkshaus) in Richtung
Westen nach Freienhufen abzubiegen. Seit die F 96 in den 1980er Jahren wie
auch die Kohlebahn dem Bergbau weichen musste, schlägt sie einen weiten
Bogen südöstlich von Großräschen. Aber sie erhielt eine eigene Trasse
quer durch die Stadt. Und endlich bekam Großräschen auch eine richtige
Tankstelle! Da diese aber nur urban offen war, blieb Freienhufen an
der Autobahn doch die beliebte Alternative. |
24.08.1987 |
km-Stand über
100.000 km |
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Es ging mit
TRABANT nach Norden wieder mit Halt auf unserem Lieblingsrastplatz:
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Extras |
Dachgepäckträger
von Hardy, kam mit Gewächshausteilen aus Bochum zu ihm, war aber an
seinem damaligen Auto einfach nicht zu befestigen. |
Extras |
Anhängerkupplung
zwecks Materialtransporte für das Gartenprojekt bei Buchwalde ...

Die Fotos zeigen die Winter-Radkappen aus Aluminium an den Felgen
(Normalausstattung). |
1989
09.11. |
DER Mauerfall!
Der Typ TRABANT wurde zum allgemeinen Symbol für das Geschehen:

Foto/Bearbeitung: Tobias Oetzbrugger "Mauerfall, East-Side Gallery /
Berlin", April 2011 |
1989/1990 |
Unser TRABANT
brachte uns gleich mehrere Male nach West-Berlin - "Reisefreiheit!
Begrüßungsgeld! Einkaufen!" :-) |
11.06.1990 |
ADAC-Eintritt,
vielleicht von Vorteil mit dem bereits 14-jährigen TRABANT? |
Juli 1990 |
Unser TRABANT im
Modell (REVELL-Bausatz, mit unserem originalen Biberbraun lackiert)
Kartondeckel: Revell 7334,
"TRABANT 601S 'Trabbi'" | Unterboden: Revell AG (c)1990
| Fotos: sekbst 2003 |
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3. Aug 1990 |
10.00 Uhr
erfolgreiche Vorstellung bei IMPaC HH. Trabi parkte zuvor im Marriott
Hotel, und ich stelzte durch die Empfangshalle nach draußen! :-) |
6. Aug. 1990 |
Gegen 8.00 Uhr
los (von U&W in HH-Lohbrügge). Alles sehr gut gefunden. Pünktlich
11.00 Uhr bei ZSI in Hannover. Auch 'ne tolle Firma. Einkaufen Plaza. Dann
weiter.
14:30 Uhr ungefähr, östlich von Hannover bei nasser Straße ins Rutschen
gekommen und den Wegweiser erwischt. Linke Lampe und linker Kotflügel
kaputt. Mist! -
Diese Geschichte ging aber noch weiter wie im Kalender 1990 beschrieben:
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Heimkehr |
Autsch!!!
Ergebnis der Vorstellungsrunde Hamburg/Hannover und zurück ...
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9. Aug. 1990 |
Einen linken
Kotflügel und Scheinwerfer trieb Vater Horste auf, jedoch in Beige. Aber
was soll’s? Das Auswechseln der gebrochenen Karosserieteile war dann wie
Basteln und gelang demzufolge gut. |
03.10.1990 |
Die Wiedervereinigung
Deutschlands  |
13.10.1990 |
Hier Fotos vom
"bunten Biber" mit dem Neuen, dem SKODA FAVORIT 136L:

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25.10.1990 |
km-Stand über
150.000 km. Ein erster Versuch eines Verkaufs an Udo A. war erfolglos. |
1990
27.12. |
"Aus-
und abgebaut, was möglich."
1991 verloren TRABANT und wir uns aus den Augen. Es hieß dann mal,
TRABANT diene als Garten-Deko ... |
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Gedanken zum Auto:
Der TRABANT - nomen est omen! Er war ein treuer Begleiter für unsere acht
Jahre mit ihm. Natürlich liebte auch er seine Streicheleinheiten, also
Demut und Hingabe, um zu funktionieren. Es war ja auch fast kein Ende in
Sicht, so mit den jahrelangen Autoanmeldungen und dem so kleinen Polster
auf den Konten. ...
Die "Wende" brachte auch hier massive Veränderung. |
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Nachträge:
Im Oktober 1993 war ich erstmals im Ausland tätig - in Afrika. Auf den
Straßen von Abidjan sah ich so viele gleiche Autos europäischen
Fabrikats, deren Frontansicht mich sehr an den TRABANT erinnerte! >Hm,
wer hat bei wem abgekupfert?< ... Welcher Typ war das noch? Der war
in Afrika offenbar sehr beliebt. |
Zur
Seitenmusik: Als ich den Track im Oktober 2002 per Radio einfing, war
ich sofort sicher, dass der Riff noch aus meiner Kindheit bekannt ist! -
Desöfteren war ich mal auf der Suche nach dem Grund ... 62 Jahre nach der
Ersterscheinung und 21 Jahre nach meinem Mitschnitt wurde ich endlich fündig!
Oh ja, der war das, der wohl auch im DDR-Rundfunk gespielt wurde: "Wheels
· Billy Vaughn And His Orchestra" 1961. Diese Musik brannte
sich mir so ein, dass mein Gedächtnis mich nicht im Stich ließ! Good
job, brain! :-) |